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Carmina Burana

Kantate von Carl Orff mit Solisten, Opernchor sowie Kinder- und Jugendchor des Theaters Vorpommern, Mitglieder des Ernst-Senff-Chors Berlin, Mitglieder der Singakademie Stralsund, Philharmonisches Orchester Vorpommern

Termine

Das wohl erfolgreichste Chorwerk aller Zeiten, Carl Orffs „Carmina Burana“ ist auch in diesem Jahr wieder fester Bestandteil des musikalischen Sommerprogramms.

Die Solisten des Theaters Vorpommern, der Opernchor, Mitglieder des Berliner Ernst-Senff-Chors sowie der Singakademie Stralsund und das Philharmonische Orchester Vorpommern unter der Leitung von Florian Csizmadia garantieren ein klanggewaltiges Erlebnis, das die Sommernacht unvergesslich macht. Auch in diesem Jahr können Sie wieder wählen, ob Sie selbst im Chor mitwirken oder lieber von der Zuschauertribüne aus das Geschehen erleben möchten. Egal, wie sie sich entscheiden: Sie müssen dabei sein!

PRESSESTIMMEN

Das Rad der Schicksalgöttin dreht sich wieder

Theater Vorpommern feiert Premiere von Orffs Carmina Burana in Greifswald

von Philipp Baranyai

O Fortuna - oh Schicksal! Mit dem weltberühmten ersten Satz eröffnete der Chor die Carmina Burana, Carl Orffs Meisterwerk (Uraufführung 1937). Das bombastische Lied erzählt von der namensgebenden Göttin, die mit ihrem Schicksalsrad unbeirrbar das Los der Menschen bestimmt: „"Wen es nach oben trägt, dem liegt die Welt zu Füßen und wer schon oben thront, der wird im nächsten Augenblick vom Rad überrollt."“

Für die nötige Stimmgewalt erhielten Opern- und Kinderchor des Theaters Vorpommern Unterstützung von Mitgliedern des Ernst Senff Chores Berlin, der Singakademie Stralsund sowie des Philharmonischen Orchesters Vorpommern. Obendrein wurden die Profis von vielen Laien ergänzt, denn bei den diesjährigen Aufführungen der Kantate handelt es sich um so genannte Scratch-Konzerte: Singbegeisterte jeder Stimmlage können an den Aufführungen teilnehmen. Dieses vielfältige Ensemble sorgte für den imposanten Sound, der das Werk so beliebt macht.

„"Die Carmina Burana stand schon lange ganz oben auf unserer Liste"“, sagte Ralf Schulz (62) vor der Premiere am Sonnabend. Zusammen mit seiner Frau nutzte er die Chance, das Spektakel in der eigenen Heimatstadt zu erleben. Pünktlich um 21.30 Uhr eröffnete Dirigent Florian Csizmadia den Liederreigen.

Die mittelalterlichen Überlieferungen, wiedererweckt durch die moderne Komposition Orffs, erzählen von Liebe, Lust und Festgelagen, preisen die Ankunft des Frühlings, bejubeln und warnen vor den Genüssen des Lebens gleichermaßen. Diese Themenfülle ist es wohl, welche die Texte auch nach 800 Jahren noch aktuell erscheinen lässt - sofern der geneigte Zuhörer sich zuvor mit den lateinischen, mittelhochdeutschen und altfranzösischen Versen beschäftigt. Mancher Besucher hätte sich daher über die Möglichkeit gefreut, neben dem Programmheft auch ein Textbuch an der Kasse erstehen zu können.

Sopranistin Katarzyna Rabczuk, Bariton Thomas Rettensteiner und Tenor Johannes Richter gaben den Solo-Stücken gekonnt eine ganz individuelle Note, in der auch komödiantische Elemente nicht fehlten.

Durch die abwechselnden Parts von Orchester, Chor und Kinderchor sowie den Solisten entstand eine vielfältige Darbietung, die immer neue Klangbilder schuf. Bühnenbeleuchtung, Feuerelemente und Pyrotechnik setzten die Vorstellung auch optisch eindrucksvoll in Szene, während sich langsam die Nacht über den Greifswalder Museumshafen senkte. Zum mitreißenden Finale kehrten die Musiker zur Hymne der Fortuna zurück, deren Schlussakkorde von einem Feuerwerk begleitet wurden. Das Publikum dankte ihnen mit stehenden Ovationen, die Bitten um eine Zugabe wurden aber nicht erhört.

So groß wie die Begeisterung nach dem Konzert, so groß war das Unverständnis über die geringe Besucherzahl. Nur ein Drittel der Karten konnte verkauft werden. „"Vielleicht haben die einen Tag zuvor stattfindenden Sternstunden des Musicals um die Gunst der Besucher konkurriert"“, mutmaßte Alexander Kohlmann (36). „Das ist sehr schade!“ Dabei zeigten sich die meisten Besucher begeistert. Nur vereinzelt hieß es, das Feuerwerk habe zu viel Raum eingenommen - eine Auffassung, die Kerrin Hansen und Alina Ritter nicht teilten: „"Ich habe das Stück schon öfter gesehen, doch diese Aufführung war eine der besten“", schwärmte Hansen. „"Wir sind so hingerissen, wir kommen wohl noch einma"l“, ergänzte Ritter. Gelgenheit dazu gibt es in diesem Jahr noch einige.

Ostsee-Zeitung, 20.6.2017

"Die haben nach jeder Szene geklatscht"

Minutenlangen Applaus gab es am Sonnabend für Carl Orffs berühmte "Carmina Burana". Kein Regen, dafür Mücken und ein Publikum, das trotzdem lachte.

von Juliane Voigt

Seit dem Wochenende haben die Stralsunder jetzt die Open-Air-Bühne des Theaters Vorpommern. „"Ahoi mein Hafenfestival"“ ist von Greifswald mit dem ganzen Repertoire dieses Sommers herübergezogen.

"„Soul of Ballet“", ein Tanzabend mit Soulmusik aus den Ursprüngen dieser Musik, die wie so oft im Amerika der Sklavenzeit liegen. "„Die Sternstunden des Musicals"“, gesungen von Chris Murray und Manfred Ohnoutka. "„Nessun Dorma“", die Opernnacht mit den schönsten Arien der italienischen Oper. Und "„Carmina Burana"“ von Carl Orff. Wie so oft schon. Und auch wie im vergangenen Jahr als Scratch-Konzert.

Alle können mitmachen. Also, da gab es selbstredend Proben vorher. Aber auf der Bühne kamen dann über 100 Sänger zusammen. Natürlich der Opernchor, die Profis. Aus Berlin der Ernst Senff Chor, der den Opernchor auch schon vor Kurzem bei Classic-Open-Air auf dem Gendarmenmarkt in Berlin verstärkt hat. Und eben Laien. Hauptsächlich aus der Stralsunder Singakademie. Carmina Burana-Fans, kann man sagen.

Sabine Brückner zum Beispiel. Das sei so eine mitreißende und lebensfrohe Musik. Sagt sie. Sie hat das schon oft mitgesungen. „"Manchmal denke ich: Ach schon wieder „"Carmina Burana"“, fällt denen nicht mal was Neues ein. Und wenn ich dann aber auf der Bühne stehe, dann bin ich jedes Mal so glücklich.“" Und so gehts allen immer wieder mit „Carmina Burana“, auf der Bühne und im Publikum. Dort jammerten einige Besucher, das seien einfach tagelange Ohrwürmer, die sie sich jetzt einfangen würden.

Der Musikkenner hat den ganz normalen Orchester- und Chor-Sound vermisst. Aber sicher wäre das trotz dieser überbordenden Besetzung in Wind und Weite verhallt. So musste man die technische Verstärkung in Kauf nehmen. Es ist mehr ein Event, dieses Musikstück. Mit Feuerwerk punktgenau auf den Schlussakkord, Pyro-Choreografie nach Partitur.

Florian Csizmadia dirigierte die vielen Menschen zu einem Klangkörper. "„Es ist nicht leicht. Für den Chor. Im Sopran ist es sehr hoch. Aber auch für das Orchester. Die Blechbläser sind fast durchweg 60 Minuten lang beschäftigt. Das Markenzeichen ist das starke Schlagzeug. Mit sechs Spielern über die ganze Breite verteilt.“" Ein Werk von raffinierter Schlichtheit. Es klingt nur leicht. Die Solisten Thomas Rettensteiner, Johannes Richter und Katarzyna Rabczuk sangen fantastisch und spielten auch szenisch. Das Publikum lachte.

Es ist ein Megahit geworden. Seit der Uraufführung 1935. Carl Orff schrieb seinem Verleger damals: „"Alles, was ich bisher geschrieben habe und Sie leider gedruckt haben, können Sie nun einstampfen.

Mit „"Carmina Burana"“ beginnen meine gesammelten Werke.“"

„"Das Werk war in der Nazizeit erstmal verpönt“, sagt Florian Csizmadia, „weil es ja doch musikalisch gegen den Trend der damaligen Zeit ging. Und nicht mal die Nazis haben es totkriegen können, weil die Leute das fantastisch fanden und mit diesen sehr simpel gemachten Melodien und diesen urwüchsigen Rhythmen, es hieß ja damals auch, es ist „"bayrische Niggermusik"“, dieses Feeling, was unter die Haut geht und einfach von den Sitzen reißt, das hat das Werk bis heute bewahrt. Unbedingt.“"

Und so war es auch an diesem Abend. Kurz vorher nochmal ein Regenguss. Dann: Blauer Himmel und Sonnenuntergangs-Spektakel auf dem Sund. Wie im Theater. Und unter uns Stralsundern: Viel viel schöner als in Greifswald! Die Wiese des Hansa-Gymnasiums hatte sich in ein riesiges Sumpfgebiet verwandelt. Die Chöre, die liturgische Musik, das Schlagwerk und die archaische Symbolik der Feuerschalen neben der Bühne verstärkten den Eindruck von tropischem Regenwald. Mückenschwärme fielen über die wehrlosen Zuschauer her. Aber die riss es dann beim Schlussapplaus von den Sitzen. Totale Begeisterung. Einige hatten mitgesungen.

Beim Rausgehen sagte ein Sänger aus Berlin zum anderen: "„Ganz schön klatschfreudig, das Stralsunder Publikum. Die haben nach jeder Szene geklatscht. Das hatten wir noch nie.“" Und der andere entgegnete trocken: „"Nee, das war wegen der Mücken. Die mussten sie ja zwischendurch totschlagen."“ Nein, meine Herren, es war wirklich große Freude bei den Stralsundern! Wer nicht dabei sein konnte:

Am 12. August steht „Carmina Burana“ noch einmal an.

Ostsee-Zeitung, 31.7.2017

  • Carmina Burana Scratch Konzert

    Open Air Event zum Mitsingen

    Werden Sie Teil dieses großen Open-Air-Events. Jeder, der Spaß am Singen hat, kann mitmachen, denn je eine oder sogar zwei Aufführungen in den Städten Greifswald und Stralsund im Rahmen von "AHOI - Mein Hafenfestival" ist ein Scratch-Konzert: Profis und Laien bilden einen Chor, ein bunt gemischtes Ensemble entwickelt seinen eigenen Klang. Seien Sie mit dabei und erleben Sie die "Carmina Burana" einmalig anders! Scratch it!

     

    17. Juni 2017 (Greifswald)

    29. Juli 2017 (Stralsund)


    Weitere Informationen finden Sie hier.