Text

"Hören Sie doch meine Musik, da ist alles gesagt." Dmitri Schostakowitsch

1. Philharmonisches Konzert

Dmitrij Schostakowitsch:
Festouvertüre op. 96

Dmitrij Schostakowitsch:
Konzert für Violine und Orchester
Nr. 1 a-Moll op. 77

Ludwig van Beethoven:
Sinfonie Nr. 4 B-Dur op. 60

Termine

Mit seiner Festouvertüre reagierte Dmitrij Schostakowitsch auf einen offiziellen Anlass: den dreißigsten Jahrestag der Oktoberrevolution, den er, oberflächlich betrachtet, „überschäumend wie eine soeben geöffnete Champagnerflasche“ zelebriert. Doch schwingt in dieser Komposition gleichermaßen die charakteristische Doppelbödigkeit und Gebrochenheit des von der Sowjetunion erst verfemten und dann geheiligten Komponisten mit. Das Violinkonzert zeugt von ersterem: Schostakowitsch hatte es jahrelang unter Verschluss gehalten, bevor er wagen konnte, es 1955 der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ein Werk, das in seiner Intensität und der Sprunghaftigkeit des Ausdrucks sowohl die Zerrissenheit als auch die Unbeugsamkeit seines Schöpfers widerspiegelt und gleichermaßen Herausforderung wie Genuss für den Solisten Mika Seifert bedeutet. Robert Schumann nannte Ludwig van Beethovens 4. Sinfonie „griechisch-schlank“, und tatsächlich zeigt Beethoven hier seine kompositorische Meisterschaft ohne jedes heroische Pathos nur durch die Souveränität in der Gestaltung und eine beeindruckende Leichtigkeit, die dennoch die Tiefe des Ausdrucks nicht vermissen lässt.

Text Mika Seifert