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Der mechanische Prinz

Der mechanische Prinz 8+

Puppenspiel von Sascha Löschner nach Andreas Steinhöfel

Termine

Max hat eigentlich alles, was er zum Leben braucht: Essen, ein eigenes Zimmer, Computer und viel Freiheit – vielleicht zu viel Freiheit – denn seine Eltern vernachlässigen ihn. In Max verwandeln sich Sprachlosigkeit und Trauer darüber in Wut und Hass – für die er kein Ventil findet. Zum Glück bekommt Max von einem einarmigen Bettler ein „goldenes Ticket” für die U-Bahn geschenkt. Mit ihm gelangt er in die „Refugien” – magische Orte der Selbstbegegnung, Selbstprüfung und Selbstrettung. Hier muss Max sich seinen Ängsten stellen und die größte Prüfung seines bisherigen Lebens ablegen: Er muss sein Herz wiederfinden. Der mechanische Prinz zeigt ihm den Weg, gehen muss ihn Max allein – allenfalls mit Hilfe seiner „Herzfinster”, die er in seinen Refugien sammeln darf …
Die schwierige Identitätsfindung von Heranwachsenden wird erzählt in einer spannenden und phantastischen Geschichte. „Der mechanische Prinz” verbindet Puppentheater und Schauspiel für junge Leute, die fast aus den Kinderschuhen raus sind.

PRESSESTIMMEN

Puppentheater zwischen Schauspiel und Computerspiel

Stralsund feiert Premiere des Stücks „Der mechanische Prinz“ von Andreas Steinhöfel.

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In Stralsund war gestern Premiere von „Der mechanische Prinz“. Halb Schauspiel, halb Puppentheater.[...] Auch das Stück baut sich wie ein Computerspiel auf. Es gibt Soundeffekte, mit denen Werkzeuge, im Stück sind es „Herzfinster“, erkämpft werden, die in schwierigen Situationen aus der Patsche helfen. Game over ist, wenn das Herz vor den Eisenvögeln gerettet ist.

Dirk Löschner hat 80 Minuten den schmerzhaften Heilungsprozess eines vernachlässigten Kindes auf die Bühne gebracht (Bühnenfassung Sascha Löschner). Psychoanalytiker hätten ihre Freude. Johannes Everard, der Max erst in der Berliner U-Bahn-Welt spielt, in die Ausstatter Christoph von Büren die Rahmengeschichte gebaut hat, ist auch der Puppen-Max. Die Puppen und das Spiel von Löschner und Everard sind überzeugend, auch die Traumwelten, die als Prospekte in die Szenen gezogen werden. Claudia Lüftenegger ist als schrille Taubenfrau und Kiosk-Verkäuferin in der Realwelt wegweisend. Josefine Schönbrodt hilft als Freundin Tanita, weil sie ebenfalls durch die Level irrt. Und als Zuschauer irrt man da an manchen Stellen mit. Zu viel Text in zu wenig Zeit? Max kriegt sein Herz am Ende, aber ob das ein Glück ist? Er sieht jedenfalls nicht so aus. So allein will keiner sein.

Von Juliane Voigt

OZ Kultur vom Mon, 10. März 2014