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Die Schöne und das Biest Slideshow

Fotos: MuTphoto

Die Schöne und das Biest

Ein Märchenballett von Ralf Dörnen Musik von Ralph Vaughan Williams

Termine

Es war einmal ein armer Kaufmann. Der hatte einen Sohn und drei Töchter. Die jüngste aber war die Schönste. Eines Tages führt den Kaufmann eine Reise durch einen dichten Wald. Er gerät in ein Unwetter und verirrt sich. Auf der Suche nach Unterschlupf findet er sich plötzlich vor einem großen Schloss wieder. Es scheint unbewohnt und doch wird er dort wie von Zauberhand eingelassen und bewirtet. Erschöpft schläft der Vater nach dem Mahl ein. Am nächsten Morgen will er sich auf den Heimweg machen. Doch dann erinnert er sich daran, dass er seiner jüngsten Tochter Belle versprochen hatte, ihr etwas von der Reise mitzubringen. Er bricht einen Rosenzweig aus dem Schlossgarten. Doch da steht plötzlich das Biest vor ihm – eine unheimliche Gestalt, halb Mensch, halb Untier – und fordert als Preis für das Pflücken der Blume ein Menschenleben. Betrübt kehrt der Vater nach Hause zurück und erzählt seiner Familie von der schrecklichen Begebenheit. Da entschließt sich Belle, anstelle des Vaters das Opfer auf sich zu nehmen und macht sich auf den Weg ins Schloss. Dort angekommen wird sie von dem Biest empfangen und erkennt schnell, dass unter der abscheulichen Fassade des Biestes ein mitfühlendes Herz schlägt. Belle bleibt auf dem Schloss und aus Mitleid erwächst nach und nach Liebe …

Ein Ballettabend für die ganze Familie voller Magie. Happy End garantiert!

PRESSESTIMMEN



Liebesmärchen als Spitzen-Tanz

 

[...] Als der Vorhang fällt, brandet stürmischer Applaus auf. Bravo-Rufe holen das Ensemble des Ballettes Vorpommern mehrmals auf die Bühne zurück [...] Märchenhaft gruselig-schön, so lässt sich das Stück beschreiben. Die Geschichte von der schönen Belle und dem grausigen Biest, das ein verzauberter Prinz ist und das nur wahre Liebe erlösen kann, kennt seit der Disney-Inszenierung fast jeder [...] Das Ballett, für Alt wie Jung geeignet, hält neben der magischen Geschichte mit leichtfüßig schwebenden Tänzern und wunderbarer Orchestermusik farbenprächtige Kostüme, ein fantasievolles Bühnenbild und originelle Ideen bereit. Bei der Musikwahl griff Ballettchef Ralf Dörnen auf Tondichtungen des eher unbekannten britischen Komponisten Ralph Vaughan Williams zurück. Die ausgewählten Kompositionen sind romantisch, ohne angestaubt zu sein, und werden vom Orchester unter Leitung Henning Ehlerts zu einem Ohrenschmaus.
Dazu schweben die Tänzer über die Bühne. Lebendig, fantasievoll und schnörkellos dramatisch entwickelt Dörnen die Handlung, zieht einen Spannungsbogen über gut zwei Stunden, der – ganz klassisch – in einem großen Finale des Duos Belle und Biest ausklingt. Auch der Humor à la commedia dell’arte kommt nicht zu kurz in persona der zickigen Schwestern Belles sowie ihres schusseligen Verehrers. Die Tänzer sind perfekt besetzt. Bei dieser Inszenierung schlagen nicht nur Kinderherzen höher, auch Erwachsene tauchen ein in eineWelt, die ihnen oft im Alltag verloren geht. Sehenswert, kurzweilig, familienfreundlich.

Claudia Noatnick, Ostseezeitung Stralsund, Montag, 29. Oktober 2012



Der Prinz im Untier

Nach mehreren schwerblütigen Stoffen, „Woyzeck“, Brahms-Requiem und „Der Tod und das Mädchen“, wollte Ralf Dörnen einfach etwas Schönes und Leichtes choreografieren. So entschied er sich im 15. Jahr seiner Ballettdirektorenschaft für ein langgedientes Märchen. [...] Am Theater Vorpommern tanzen die Märchenfiguren aus „Die Schöne und das Biest“ nach Dörnens choreografischer Pfeife und belegen Saint-Éxuperys Sinnspruch, man sehe nur mit dem Herzen gut. Denn das Biest erweist sich nicht nur als feinfühlig, sondern am Ende als der schöne Prinz, der Belle in ihren Träumen erschienen war.

[...] Ein Stoff, wie gemacht fürs Ballett. Dörnen vermeidet jedes süßliche Klischee, kehrt nicht zur russischen Spätromantik eines Marius Petipa zurück, sondern schafft Figuren mit Profil. Die weichherzige Belle weist durchaus resolut die Avancen eines depperten Verehrers zurück und erträgt lange die Gesellschaft ihres Schlossherrn nicht. Der, trauervoll in seiner Ungestalt, fordert, obwohl in begünstigter Lage, nichts, wartet auf Belles Herzenswandel. Gedrückt und gebeugt tanzt er, gestaltet statt zu brillieren. Folkloristische Einsprengsel in der Choreografie für Belles Familie und Freunde skizzieren das ländliche Milieu, alles auf halber Spitze und in Charakterschuhen für die Frauen. Erst im zweiten Teil trägt Belle zum knielangen Tutu, Geschenk des Biests, Spitzenschuhe und entäußert sich mit klassischer Technik. Dass alle Figuren stücklang reichlich zu tanzen haben, das Zuschauerauge allzeit etwas zu sehen hat, bekommt dem Abend bestens. In Hans Winklers so geschickt wie rasch wandelbarer Dekoration aus drehbaren Häusern und Claudia Kuhrs farblich klaren Kostümen entrollt sich ein Bilderbogen mit tieferem Sinn und tänzerischem Anspruch. Den erfüllt die Kompanie aus nur 12 Tänzern nebst zwei Praktikanten der Staatlichen Ballettschule Berlin überzeugend, allen voran Yoko Osaki als darstellerisch und technisch dominierende Belle. Dörnen kann auf dies Ensemble mit, eher ungewöhnlich, auch imponierend guten Männern zählen und hat im Dirigenten Henning Ehlert einen Partner, der Vaughan Williams farbige Musik mit seinem Philharmonischen Orchester zum Blühen bringt [...]


Volkmar Draeger, Tanznetz.de, 7. November 2012