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Fotos: MuTphoto

Il Barbiere di Siviglia

Der Barbier von Sevilla
Opera buffa von Gioachino Rossini
Libretto von Cesare Sterbini nach der Komödie von Pierre Augustin Caron de Beaumarchais
In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Termine

Es tut sich etwas im nächtlichen Sevilla. Graf Almaviva ist auf der Jagd. Getarnt als armer Student Lindoro will er die junge Rosina erobern. Mit Charme, Sportsgeist und eigens bestellter Musik findet er sich unter ihrem Fenster ein. Keine schlechte Wahl, die der Graf da getroffen hat, denn Rosina ist jung, schön und reich – und eben aus diesem Grund will auch Rosinas Vormund Bartolo sie so schnell wie möglich heiraten. Konkurrenz belebt das Geschäft und ruft gewiefte Helfer auf den Plan: Bartolo findet in Basilio einen gleichgesinnten Intriganten und Almaviva legt sein Begehren – und ein ansehnliches Sümmchen – in die Hände des gerissenen Figaro. Das Spiel beginnt und nimmt schnell Fahrt auf. Jeder übervorteilt jeden und mit einem bisschen Glück halten eben geschlossene Bündnisse gerade bis zur nächsten Arie.

Mitgerissen von der rasanten Musik Gioachino Rossinis jagen alle ihrem Ziel nach: der Freiheit, der Liebe und dem Geld. Da bleibt keine Zeit für große Liebesschwüre. Verzeihlich, denn was man stattdessen erhält, ist ein Werk voll hintergründig absurdem Humor, respektlosem Temperament und atemberaubender Musik – Rossini vom Feinsten.

 

PRESSESTIMMEN

Den „Barbier von Sevilla“ rasant inszeniert

 

Das Publikum war am Sonnabend von der Aufführung der Oper in der Inszenierung von Susanne Knapp am Theater Greifswald hellauf begeistert.

Greifswald – Ein rasanter „Il Barbiere di Siviglia“ rauschte am Samstagabend über die Greifswalder Bühne. Das entsprach in etwa dem Temperament Rossinis. Zwei Wochen hat er daran geschrieben. Es gab nichts, was Rossini mal eben gemächlich anging. Und so ist der „Barbier“ die wohl schnellste Oper der Welt. Eine Oper für Hyperaktive. Vor dem ersten Akt atmete das Publikum ein, nach dem zweiten wieder aus. Übermütiges Personal in einer sich überschlagenden Handlung mit Wendungen, denen man kaum folgen kann, zu einer Musik, die wie aufgezogen durch die Handlung fegt. Mein Gott, die singen ja auch noch, fällt einem da zwischendurch auf. So ist es jedenfalls in dieser sehr gelungenen Inszenierung von Susanne Knapp. In der Bühne und den Kostümen von Jacob Knapp. Die dynamischen Schwestern sind zum zweiten Mal Gäste des Theaters Vorpommern. Schon der Zarewitsch im Jahre 2012 wies diese symbiotische Matrix auf. Ein Gesamtkunstwerk ist es auchjetzt wieder. Auf Italienisch mit, naja: Fantasie-Untertiteln. Die Bühne ist ein aufgeklapptes altes Buchmit Schnörkeln und Patina. „Die nutzlose Vorsicht“. Rosinas Lektüre, die sie gelangweilt konsumiert, eingesperrt von ihrem Vormund. Ihr Zimmer ist raffiniert wie ein Guckkasten in das Buch versenkt und verschwindet hinter einer Vorhang-Illustration. Anna Wagner als Rosina sitzt da dekorativ und nutzlos in kreischendem Rüschen-Rosa. An ihr wird sich ja exemplarisch beweisen, dass Vorsicht nutzlos ist. Alexandru Constantinescu ist ein sehr komödiantischer Bartolo-Tattergreis. Thomas Rettensteiner, der hyperaktive Figaro mit lila Haarpracht präsentierte seine Zungenverknotungsarie „Largo al Factotum“ als ein federndes Trällern. Anette Gerhardt schön verträumt als Marcellina. Auf dieser Bühne stimmte alles. Nur dass jeder noch so geniale Plan Figaros nicht aufgeht. Aber egal, sie kriegen sich natürlich trotzdem: der Graf Almaviva, ein fantastischer Oscar de la Torre und Rosina, Anna Wagner, gepaarte Virtuosität und Leichtigkeit. Das Publikum saß auf einem sich immer schneller drehenden Karussell. Irgendwann fragte sich keiner mehr, wieso die singende Kapelle mal hier, mal da stand oder herumzog. Das war eben so. Die Herren des Opernchores, jeder bewaffnet mit einem Instrument, an denen sie sich austobten, obgleich die Musik unter der Leitung von Golo Berg fidel aus dem Orchestergraben sprudelte. Wenn der Vorhang nicht gefallen wäre, würden die Leute wohl noch immer Beifall klatschen.

Ostseezeitung, 9. März 2015, Juliane Voigt

Seh' ich nur den Glanz des Goldes,
fühl' ich Wunder in mir geschehen.