Text

Dörfer sind vom Rhythmus des Tages geprägt,
Städte vom Rhythmus der Nacht.
Erhard Blanck

1. Philharmonisches Konzert

Kurt Weill
Suite aus der Oper „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny”

Aaron Copland
„Our town” Music from the film score

Heiner Goebbels
Drei Sätze aus „Surrogate Cities“

Leonard Bernstein
Symphonic Dances aus der „West Side Story”

Termine

Sie geben sich geräuschvoll, ja oft laut, ohrenbetäubend, energiegeladen – Städte sind Orchesterräume für Dauersymphonien. Und während sich die Komponisten des 19. Jahrhunderts oft detailverliebt den Stimmen der Natur hingaben, rückt im 20. Jahrhundert der menschengemachte Klang der Stadt in den Fokus und in den Konzertsaal. So wird Kurt Weills Orchestersuite „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ gleichermaßen zu einem Schmelztiegel der lasterhaften Lieder aus der gleichnamigen Oper, wie zu einer Verdichtung der vorausgegangenen Musikgeschichte in Zitaten und Parodien von barocken Fugen über klassische Opernreferenzen bis hin zu sentimentalen Schlagern seiner Zeit. Mit Aaron Coplands Filmmusik zu „Our town“ beschwört der Amerikaner die friedlich-trügerische Kleinstadtidylle, die Thornton Wilder in seiner dramatischen Vorlage so treffend „banal wie wunderbar“ nannte. Mit „Surrogate Cities“ setzten sich Komponist Heiner Goebbels und Stimmkünstler David Moss mit weit mehr als dem musikalischen Portrait einer Stadt auseinander. Hier rückt die unmittelbare Wirkung auf den Menschen eindringlich in den Vordergrund. Leonard Bernsteins Sinfonisch Tänze aus der „West Side Story“ setzten schließlich der Stadt, die niemals schläft, ein Denkmal: New York City.