Text

2. Kammerkonzert

Findlinge
Musik und Literatur von Johannes Brahms
und Mika Seifert


Johannes Brahms:
Sonate Nr. 1 G-Dur für Violine und Klavier op. 78
"Regenlied-Sonate"

Mika Seifert:
Die Fusion & Der Stein

Termine

Ich konnte nicht anders, als in Tränen der Freude ausbrechen. ... Ich wünschte mir, der letzte Satz würde mich ins Jenseits begleiten.

Clara Schumann

 

Poetische Momente sind in Brahms‘ Kammermusik regelmäßig zu finden. So auch in seiner Sonate in G-Dur, der ersten Violinsonate, die vor dem selbstkritischen Komponisten bestehen konnte. Biografisches, Lyrisches und Kompositorisches verdichten sich in dieser Sonate zu drei meisterlichen Sätzen. „Über Regen musst du nicht klagen, er lässt sich sehr gut in Musik setzen“ behauptete der Komponist einmal und trat mit dieser Sonate den tatkräftigen Beweis an. Die sogenannte „Regenlied-Sonate“ ist ein eindringliches, „doppeltes Lenzlied, das die Vergangenheit mit der Gegenwart wieder zum Blühen bringt und dabei an die Hinfälligkeit der Zeiten mahnt.“ (Max Kalbeck)

Die Zweigesichtigkeit, die Brahms‘ Sonate durchweht, findet ihre Parallele in der „Zweigeschichtigkeit“ der Erzählungen von Mika Seifert, die zwar unabhängig voneinander doch als Zwillingsgestirn in diesem Konzert erscheinen.

 

Dann gab es für mich keinen Zweifel mehr: So wie Herr Ellison an jenem Morgen sah nur jemand aus, der gerade eben erst – vielleicht zum allerersten Mal überhaupt – so richtig begriffen hatte, was es bedeutete, sterblich zu sein.

Mika Seifert: Die Fusion