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Hänsel und Gretel

Hänsel und Gretel

Singspiel mit Musik ab 5 Jahren
von Engelbert Humperdinck
Text von Adelheid Wette
nach dem Märchen der Brüder Grimm
In einer Bearbeitung für das Theater Vorpommern

Termine

Wie verführerisch muss ein Haus sein, das vollkommen aus Lebkuchen und Zucker gemacht ist – vor allem, wenn man nichts anderes als Hunger kennt!
Für Hänsel und Gretel ist es das Paradies auf Erden. In ihrer größten Not betreten sie eine Welt, die sie sich bisher nur erträumen konnten und lassen sich von der scheinbar freundlichen Bewohnerin des Häuschens täuschen. Als sich die Frau schließlich als böse Hexe entpuppt, erwachen die Kinder aus ihrem Traum – und handeln. Sie verstellen sich, um die Hexe an der Nase herumzuführen und sich aus deren Fängen zu befreien ...
In der Singspielfassung dieser romantischen Kinderoper schafft Engelbert Humperdinck eine märchenhafte Atmosphäre von unmittelbarer Nähe, die sowohl Kinder als auch Erwachsene in ihren Bann zieht. Eine Mischung aus unschuldig daherkommenden Kinderliedern und großer Oper, in der die wagnerische Klangfülle der späteren Orchestrierung hörbar wird: Hierin liegt der besondere Reiz dieser fantasievollen Musik.

Wiederaufnahme ab 5. Dezember 2015

 

"Gretel, ich weiß den Weg nicht mehr ..."

PRESSESTIMMEN

"Hänsel und Gretel" gemeinsam entstaubt

 

Immer wieder fragt man sich, wieseo Generationen von Kindern sonntags mit der Märchenoper "Hänsel und Gretel" gematert werden. So auch vergangenen Sonntag in Stralsund bei der Premiere von "Hänsel und Gretel". Wird die Musik des "Kinderstuben-Weihfestspiels", die Engelbert Humperdinck 1893 komponiert hatte, die Kinder kriegen? Glaubt ein Saal voller Zwerge zwei erwachsenen Frauen, die trällernd und undeutlich singen, dass sie zwei arme verlassene Kinder sind? Eine soll sogar ein Junge sein? Merle (7) ist das Testkind. Sie gähnt. Es geht los. Auf der Bühne sind zwei Mädchen. Lange blonde Haare, bunte Kleider. Greta und Hannah. Schwestern. Abenteuerlustig haben sie sich von einer Theaterführung abgeseilt und sind in der Requisite des Theaters gelandet. Es ist die verstaubte Ausstattung von "Hänsel und Gretel" von irgendwann (Ausstattung Maria Kunze). Die Ouvertüre schrammelt aus einem Grammophon. Und plötzlich entsteigt eine tantenhafte Souffleuse dem alten Schrank. Christina Winkel ist schon so lange Sopranistin an diesem Haus, dass man Urgestein sagen könnte, aber sie hat gerade in Kinderstücken eine so unprätentiöse und leichte Art, dass nicht nur die Mädchen sich von ihrer Begeisterung für das alte Humper-Ding mitreißen lassen. Auch Merle ist auf die Sitzkante gerutscht. Ein ebenso genialer wie überzeugender Regiestreich von Horst Kupich: Wir entstauben "Hänsel und Gretel" gemeinsam. Egbert Funk setzt sich ans Klavier. Plötzlich wird es ein fröhlicher und lauter Kindernachmittag. Mit frischer Begeisterung für das Spiel verkleidet sich Hannah (Anna Wagner, Mezzo)in einen frechen Hänsel und aus der ängstlichen Greta (Linda van Coppenhagen, Sopran) wird eine bezopfte Gretel. Bald singen sie mit allen Kindern begeistert "Suse, liebe Suse" oder "Brüderchen komm tanz mit mir". In rührender Einsammkeit auch den berühmten Abendgruß, das Duett mit dem Sandmännchen. das Taumännchen kommt zum Wecken vorbei. Kupich bleibt ganz nah an der Oper. Die Musik ist ja alles andere als ein leichtes Material. Es ist auch eher ein Amazonenritt, wenn Christina Winkel, als besenreitende Hexe, den Staub vieler Jahre aufwirbelt. Ein ansehnlicher Kinderschreck. Merles Kritik: "Das ist richtig cool!"

 

Nachtkritik, 26.11.2013 von Juliane Voigt