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Russendisko

„Geht nach Deutschland, kämpft tapfer und bringt viele Geschenke mit, wenn ihr zurück kommt.“

Wladimir Kaminers Russendisko (UA)

Moskau Berlin Donezk

Termine

Ost-Berlin Anfang der 90er Jahre. Die alte Macht ist zerbrochen, die neue fasst erst langsam Fuß, es herrscht Goldgräberstimmung. Ein junger Russe kommt aus Moskau in die deutsche Stadt im Aufbruch - ohne Geld, ohne Sprachkenntnisse, ohne Plan. Doch mit frechem Mut und viel Humor erobert er sich Berlin und die Herzen der Deutschen - zuerst mit seiner „Russendisko“ im Prenzlauer Berg - dann mit seinen Büchern, die Wladimir Kaminer berühmt gemacht haben. In skurrilen, komischen und anrührenden Geschichten schildert er das Leben in der heruntergewirtschafteten Sowjetunion, die Hoffnung auf einen Neuanfang im reichen Land der Träume, die kleinen und großen Katastrophen auf dem Weg in eine geglückte Integration. Und immer erkennt sich das amüsierte Publikum im Spiegel dieser Geschichten wieder, erfreut sich an den Lebensweisheiten seiner Helden und bestaunt und belacht die Lebensfreude, die Improvisationsgabe und Self-Made-Qualitäten unserer „Freunde“. Die Lebensgeschichte des Erfolgsautors - zum ersten Mal auf einer Bühne erzählt mit Texten Wladimir Kaminers.

Thomas Roth hat aus ihnen eine Handlung gestrickt, die vom Aufbruch aus Moskau über die Verabschiedung aus der Heimat bis zu Ankunft und Heimisch werden in Deutschland ein Stück deutscher Nachwendegeschichte entstehen lässt, das erst in der Ukraine-Krise seine Leichtigkeit zu verlieren droht.

 

Wir danken der Verlagsgruppe Random House GmbH, München, für die Zustimmung zur Verwendung folgender Werke:

"Russendisko" von Wladimir Kaminer, © 2002 by Goldmann Verlag München, in der Verlagsgruppe Random House

"Militärmusik" von Wladimir Kaminer, ©  2003 by Goldmann Verlag München, in der Verlagsgruppe Random House

"Die Reise nach Trulala" von Wladimir Kaminer, ©  2004 by Goldmann Verlag München, in der Verlagsgruppe Random House

 

Kaminer selbst hat unserem Theater zur Uraufführung seines Werkes folgende Botschaft geschickt:

PRESSESTIMMEN

Darf man den Nachbarn erschlagen?

 

"... Im Stück ist die Hauptfigur Wolodja (sehr witzig gespielt von Dennis Junge) Kaminers Alter ego, das sich immerzu nur über die Deutschen wundert. Er geht mit seinem Freund Andrej (Alexander Zieglarski kann ihn wunderbar proletarisch spielen) zur jüdischen Gemeinde, weil es da Essen umsonst gibt, als sie sich aber beschneiden lassen sollen, fliehen sie von dort wieder, dann aber sitzt er mit ihm und verkauft am Bahnhof Berlin-Lichtenberg Aldibier, das aber keiner kaufen will. Andrej will trotzdem reich werden, verliert dadurch seine Freundin, orientiert sich am ausbeuterischen Sergej (Jan Bernhardt, einer der großen Charakterdarsteller im Theater Vorpommern). die Eltern kommen zu Besuch und beschließen zu bleiben, und am Ende kämpft Andrej in der Ukraine für die neuen Volksrepubliken.

Das Stück lebt von der Naivität, mit der die sympathische Hauptfigur der kompliziert zu durchschauenden Umgebung begegnet, und dem mittlerweile veralteten Widerspruch zwischen der Sozialisation im alten Realsozialismus und dem Ankommen im Turbokapitalismus..."

Junge Welt

"Die Freiheit ist hier nur zu Gast"

 

"Im Untertitel deutet sich die Modernisierung des Stoffes bereits an: "Moskau Berlin Donezk" ist die "Russendisko" näher beschrieben. Moskau und Berlin - ist klar. Aber warum Donezk? Diese Frage wird im zweiten Teil des Stücks beantwortet. Regisseur Thomas Roth hat aus Wladimir Kaminers Erfolgsroman "Russendisko" eine neue Spielfassung entwickelt, den Text aktualisiert, erweitert, dramatisiert und ins Heute geholt. (...) das Private wird zunehmend vom Politischen überlagert. (...) die Leichtigkeit der Textvorlage (...) wird überlagert vom Drang nach Aktualität. Diese Dramatik beflügelt allerdings die Schauspieler zu guten Leistungen, besonders Jan Bernhardt, der in einer Vielzahl von Nebenrollen brillieren kann, unter anderem als Wladimir Putin.

Mit dem Ausgangsmaterial ging Regisseur Thomas Roth insgesamt recht locker um, neben Motiven aus 'Russendisko' wurden auch Elemente aus Wladimir Kaminers Buch "Militärmusik" verarbeitet."

Ostsee-Zeitung