Eröffnung der Tanztendenzen 2016 | ab 18 Uhr Video Choreographien im Foyer | ab 19:30 Uhr Feierliche Eröffnung mit Oberbürgermeister Dr. Stefan Fassbinder

CORPS ÉTRANGERS-FREMDKÖRPER MOUVOIR/Stephanie Thiersch

Termine

 

Der Boden der Tatsachen. Unsere aufgeklärte, (post)- moderne Gegenwart. Verlassen wir sie einfach. Richtung Himmel, Wildheit, Aberglauben. Hinter heutige Gewissheiten, die den Menschen klar von Tier, Pflanze, Ding zu unterscheiden wissen. Gefährlich? Vielleicht. Zeitgenössischer Tanz und Neuer Zirkus verbünden sich in „Corps Étrangers“ zu einem transnationalen Ensemble aus Tänzern, Akrobaten und Seilen, das sich zu immer neuen, hybriden Körperwesen zusammensetzt. Ein Spiel mit Bildern, Verkleidungen, physikalischen Kräften – Bedeutungen auf der Flucht.

Die ihres Kontexts beraubten Bewegungsbilder sind dabei nicht eindeutig zu entschlüsseln, changieren zwischen Ernst und Witz, Pathos und Banalität, Zitat und Vision.

Diese Veranstaltung wird ermöglicht durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ im Rahmen der Gastspielförderung Tanz aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie der Kultur- und Kunstministerien der Länder.

Konzept/Inszenierung: Stephanie Thiersch | Tanz/Akrobatik/ Kreation: Fabien Almakiewicz, Mathieu Antajan, Tim Behren, Florian Patschovsky, Valenti Rocamora i Torà | Choreografische Assistenz: Viviana Escalé, Alexandra Naudet | Lichtdesign/ Technische Leitung: Niko Moddenborg | Bühnenbild: Fabien Almakiewicz | Kostüme: Sabine Schneider | Dramaturgie: Anna Vollland | Sound/Komposition: Emmanuelle Gibello | Fotografie: Martin Rottenkolber | Management: Béla Bisom/transmissions | Produktionsleitung: Ines Disselbrede.

WAHRNEHMUNG UND BEWEGUNG

Workshop mit Fernando Pelliccioli

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Die koreanische Tänzerin/Performerin Hyoung-Min Kim beschäftigt sich in ihren Stücken mit der Wahrnehmung ihrer Umgebung und dem Aufbau von Beziehungen zu sie umgebenden Räumen und Menschen. Genau darum geht es auch in ihrem Workshop: die Wahrnehmung der Umge- bung bewusst zu erfahren und den Moment der Wahrneh- mung als Mittel zum Aufbau von Beziehungen oder zur Flucht aus Beziehungen und Räumen zu entdecken. Welche Konsequenzen ergeben sich aus dem Moment der Wahr- nehmung? Wie lässt er sich körperlich erfahren?

„Ich suche nach einem Mittel, mich mit „dem Anderen“ zu verbinden, eine Vorstellung von ihm/ihr zu bekommen und eine Beziehung aufzubauen. Ich benutze den Moment der Wahrnehmung als Anregung zur Interaktion mit anderen, aus der Zustände von Freiheit, Zwang, Berührbarkeit, Ablehnung und Liebe entstehen.“ Hyoung-Min Kim

 

Anmeldung über Franziska Lüdtke f.luedtke@theater-vorpommern.de

MIRAVELLA [4+]

Act 2 – Cie Catherine Dreyfus

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„Miravella“ nimmt das Publikum mit in eine naive, ursprüngliche Welt, um das Tier in jedem einzelnen von uns zu erkunden. Am Beginn steht das Leben in seiner einfachsten Form: organisch, zellular. In fragilen Blasen nehmen die ersten Bewegungen Gestalt an. Schließlich verlassen die Körper ihre Kokons und das Tierreich ist geboren. Ein herrlicher Bilderreigen der tierischen Kuriositäten erwacht zum Leben: Unter Wasser lebende Organismen erschaffen ein Ballett von Licht, Seelöwen wiegen sich in Wellenwogen, Flügel flattern, Hähne kämpfen ... In diesem Stück ist der Tanz beschwingt, rhythmisch, bunt und lädt uns ein in eine surreale, poetische und fantasievolle Welt.

Catherine Dreyfus gründete ihre Company Act2 2008, nachdem sie als Tänzerin mit verschiedenen Choreographen zusammengearbeitet und an Projekten von Les Pas Nommés mitgewirkt hatte. Für Catherine Dreyfus ist Tanz ein Weg, um Gefühle und Gedanken zu transportieren. Ihr Ziel ist es, den Körper in Kontakt mit der physischen Umwelt zu bringen; das Design der Bühne spielt daher eine wichtige Rolle. Musikalität, Poesie und das Ungreifbare sind Zutaten ihres Universums, die auch ihre choreographischen Arbeiten prägen. Act2 bietet ein umfangreiches Programm u. a. mit Künstlern, offenen Proben, Workshops in Schulen, in Fachhochschulen der darstellenden Künste, für Familien sowie Fortbildungsveranstaltungen an.

Choreografie: Catherine Dreyfus in Zusammenarbeit mit den Tänzern | Assistentin: Mélodie Joinville | Tanz: Martin Grandperret, Gaétan Jamard, Catherine Dreyfus | Lichtdesign: Arnaud Poumarat | Musik: Stéphane Scott | Bühne: Marilyne Lafay | Kostüme: Anne Yarmola, Nathalie Saulnier | Technisches Management: François Blet, Arnaud Poumarat | Produktion: Maëlle Grange | Marketing: Christelle Dubuc

 

IT’S LOOKING LIKE A CASTLE IF YOU DON’T LOOK UP

Laura Keil/Ruslan Stepanov

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Warum konkurrieren unsere Egos unentwegt miteinander? Warum versuchen wir häufig, uns anzupassen und Kompromisse zu finden? Wie kommt es, dass wir in Routine verfallen und wie können wir diese Tendenz vermeiden? In der Tanzperformance „It’s looking like a castle if you don’t look up” untersuchen Laura Keil und Ruslan Stepanov die Beziehungen gemischter Paare ausgehend von ihren persönlichen Erfahrungen.

Mit dem Ziel eine gemeinsame Sprache zu finden, die kulturelle Unterschiede überwinden würde, entwickelten Laura Keil und Ruslan Stepanov ein eigenes Vokabular, das ihnen die Möglichkeit und Freiheit gibt, ganz sie selbst zu sein.

Laura Keil, Tänzerin/Choreographin aus Berlin, und Ruslan Stepanov, Tänzer/Choreograph aus Estland, waren von 2012 bis 2014 beide Mitglieder im Tanzensemble des Gerhart-Hauptmann-Theaters Görlitz, mit dem sie durch Deutschland, Israel, Polen und Tschechien tourten. Zuvor hatten beide bereits eigene Choreographien entwickelt, die mit Preisen ausgezeichnet wurden. Seit 2014 arbeiten Laura Keil und Ruslan Stepanov freischaffend in Deutschland und Estland. „It’s looking like a castle if you don’t look up“ ist ihre erste abendfüllende gemeinsame Arbeit und hatte im Oktober 2015 in Estland Premiere.

GELBE LANDSCHAFTEN

Hyoung-Min Kim

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Die koreanische Performerin und Tänzerin Hyoung-Min Kim untersucht in „Gelbe Landschaften“ Möglichkeiten, die Grenze zwischen Intimität und Öffentlichkeit zu überwinden, und schafft Szenen größter Verletzlichkeit. Gibt es Intimität ohne Öffentlichkeit? Ist nicht jede Öffentlichkeit in Wahrheit von der Sehnsucht nach Privatsphäre durchdrungen? Oder umgekehrt?

Die glaubhafte Vermittlung unserer tiefsten Gefühle ist nicht selten vom Scheitern bedroht; Intimität bleibt flüchtig. Hyoung-Min Kims Performance bewegt sich zwischen schonungsloser Offenheit und anmutiger Schönheit. Eine Herausforderung an alle, sich der Empfindsamkeit hinzugeben.

Hyoung-Min Kim studierte Tanz an der Korea National University of Arts, School of Dance. Seit 2002 choreographiert sie eigene Stücke, die sie bei Festivals in Deutsch- land, der Schweiz und Korea zeigt. „Gelbe Landschaften“ wurde 2014 in Korea als „Best Choreography of 2014“ ausgezeichnet.

In ihrer Langsamkeit liegt ihre Stärke. Begleitet von Geräuschen des Windes gleitet sie in minimalen Bewegungsabläufen von einer Position in eine andere. Das mutet an wie lockerer Schnee oder Dünensand, der vom Wind beständig, fast unmerklich umgebaut, neu geformt wird. Das bietet viel Gelegenheit für Assoziationen, Abschweifen der Gedanken. Der Zuschauer ist nicht direkt gefordert, sondern fast reduziert auf den Kern: das Zuschauen. Dresdener Kulturmagazin

Konzept/Choreographie: Hyoung-Min Kim | Tanz: Fernando Pelliccioli | Dramaturgie: Thomas Schütt | Sound/Musik: Mattef Kuhlmey | Licht: Benjamin Schälike



Abschlussabend Tanztendenzen 2016

BEAUTY OF THE BEAST Company Chameleon

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Rage Against The Machine, Sportlichkeit, Schönheit und Bach. Dieses unvergessliche und viel gelobte Tanzstück von Company Chameleon bietet eine witzige, bewegende und subversive Perspektive auf Gruppendynamik unter Männern.

„Beauty Of The Beast“ begleitet eine Gruppe von Freunden in unterschiedlichen Situationen und legt nach und nach die vielen Gesichter der Männlichkeit frei – Kraft, Verletzlichkeit, Freundschaft und Feindseligkeit. Was passiert, wenn Zugehörigkeitsgefühl zu völliger Identifizierung mit der Gruppe wird? Teils schreiend komisch, teils dunkel und bedrohlich, hält dieses dicht gebaute Stück unserer Zeit einen Spiegel vor, ist sowohl gefühls- als auch gedankenanregend.

Die Company Chameleon entstand, als sich Anthony Missen und Kevin Edward Turner Mitte der 90er Jahre im Trafford Youth Dance Centre trafen. Die beiden Jungs aus Manchester hatten den Ehrgeiz, den Tanz zum Beruf zu machen. Nach ihrer Ausbildung an der Northern School of Contemporary Dance tanzten sie bei vielen innovativen Compagnien auf der ganzen Welt und arbeiteten mit bekannten Choreographen. Als sie 2007 nach Manchester zurückkehrten, gründeten sie Company Chameleon und realisierten damit ein gemeinsames Ziel. Die Company Chameleon produziert inspirierende, eigene Tanztheaterproduktionen, mit denen sie durch Großbritannien und viele andere Länder tourt.

 

Company Chameleons witzige und beängstigende Studie männlicher Gruppenpsychologie beginnt auf völlig überraschende Weise ...

... Anthony Missens Choreographie bleibt fast durchgehend auf dem gleichen hohen Niveau.

Judith Mackrell, The Guardian, April 2015

 

Choreographie: Anthony Missen | Tanz: David Colley, Alexander Evens, Lee Clayden, Thomasin Gülgeç, Mbulelo Ndabeni, Taylor Benjamin | Musik: Miguel Marin & Kevin Lennon, Johann Sebastian Bach, Wilson Simonal, Sizzla, Ocote Soul Sounds | Licht: Yaron Abulafia | Kostüme: Emma Bailey | Regie: Gemma Nixon | Produktion: John Slater

 

 

ENERGIE & (GRUPPEN-) DYNAMIK

Workshop mit Anthony Missen (Company Chameleon)

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In diesem Workshop mit Anthony Missen, einem der Gründer und künstlerischen Leiter der Company Chameleon, dreht sich alles um die Themen von „Beauty Of The Beast“, des Abschlussstücks der TANZTENDENZEN 2016. TeilnehmerInnen erwartet eine dynamischer und energie- geladener Kurs im unverwechselbaren Stil der Company Chameleon. Die Einführung in Chameleon’s spezifische Bewegungssprache lädt – unabhängig von Trainingslevel und Erfahrung mit zeitgenössischem Tanz – zur Entdeckung neuer Ausdrucksmöglichkeiten ein und lässt allen die Freiheit sich auf ihre Weise mit den Themen des Stückes zu beschäftigen.

Treffpunkt am Bühneneingang, Anklamer Str. 106. Karten bitte im Vorfeld während der Kassenöffnungszeiten (Di - Fr 10-18 Uhr) abholen.

Anmeldung über Franziska Lüdtke f.luedtke@theater-vorpommern.de