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AUSFALL - wegen Erkrankung

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... ist ein wilder Ritt durch zentrale Passagen aus Büchners Werk, angereichert mit modernen Paralleltexten. Es zeigt Büchners Figuren als fiebrige Täter zwischen Trieb und Resignation, zwischen kaltem Kalkül und zwanghaftem Handeln. Ein Theaterabend, oszillierend zwischen der feuchten Sinnlichkeit eines Paradiesgartens und der Nüchternheit einer anatomischen Vorlesung. Die Textfassung spürt insbesondere den Schnittstellen zwischen Büchners Werk und Fragestellungen aus aktuellen Ergebnissen der Hirnforschung nach. Denn Büchner hat schon früh Sätze formuliert, die akutuelle Diskussionen und ihre Konsequenz für unser Menschenbild vorwegnehmen: gibt es einen freien Willen? Oder ist der Mensch nur eine lustgeleitete Fehlleistung der Evolution, und jeder idealistische Überbau nichts als schöner Schein? Büchners Nähe zur Hirnforschung ist alles andere als zufällig, war er doch Sohn eines Chirurgen, wuchs in der Nähe einer Nervenheilanstalt auf, er war Student der Medizin, promovierte über das „Nervensystem der Barbe“ (dieser Text fließt ebenfalls in unseren Abend ein!) und wurde nach einer Probevorlesung „Über Schädelnerven“ Privatdozent für vergleichende Anatomie. Büchner stand mit seiner ganzen Person im Spannungsgeld zwischen Literatur, Naturwissenschaft und – natürlich! Politik, denn nach Veröffentlichung seines „Hessischen Landboten“, den der unsterbliche Satz: „Friede den Hütten! Krieg den Palästen“ eröffnet, war er steckbrieflich gesuchter Revolutionär.

Von und mit: Susanne Hocke und Jürgen Larys

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