Gina Lonka

Klassenzimmerstück ab 12 Jahren von Thilo Reffert (Uraufführung)

Termine

Thilo Refferts Stück handelt von der glänzenden Oberfläche der Medienindustrie, ihren großen, heißen Versprechungen und ihren kalten Geschäftspraktiken, den Träumen Heranwachsender, der Kurzlebigkeit medialer Berühmtheit und dem nachhaltigen Wert von Ausbildung, Familie und Selbstvertrauen.

Buchung: Marion Tank, Tel. 03831 / 26 46 104 oder klassenzimmer@theater-vorpommern.de

Ich will nach Chanel duften, Mama, nicht nach Frittenfett!

PRESSESTIMMEN

Casting im Klassenraum

Theater Vorpommern war mit „Gina Lonka“ in Franzburg. Seit der Premiere gab es bereits 26 Vorstellungen.

„Gut“, kommt es laut und vielstimmig als Antwort aus dem Klassenraum zurück, als Theaterpädagogin Dorothea Goltzsch gestern nach der Vorstellung von „Gina Lonka“ die Schüler fragt, wie ihnen das Stück gefallen hat. Und dieses Urteil nimmt man den Sechstklässlern auch ab, denn während der 50-minütigen Vorstellung des Theaters Vorpommern war es teilweise mucksmäuschenstill. Es wurde höchstens mal gekichert, wenn es an einigen Textstellen ein bisschen schlüpfrig wurde.

In dem Stück geht es ums Casting. Oder besser gesagt, um Lea Marie Sophie Birnstiel, gespielt von Frederike Duggen. Die Schauspielerin mimt ein Mädchen von nebenan, das sich als Gina Lonka den großen Traum einer Karriere erfüllen und berühmt werden will. Dabei vernachlässigt sie Schule und Freunde und gerät zunehmend in Konflikt mit den Eltern.[...]
Die Doppelvorstellung des Theaters in der Franzburger Martha-Müller-Grählert-Schule war
gestern Nummer 25 und 26. Sie war gleichzeitig die letzte Vorstellung vor der Theater-Sommerpause. „In der neuen Spielzeit geht es aber weiter“, verriet Frederike Duggen. Das Stück laufe bislang sehr erfolgreich, sagte sie. Rund 1000 Schüler haben es schon gesehen.[...]



Reinhard Amler

OZ Mecklenburg-Vorpommern vom Die, 11. Juni 2013

Einmal Star und wieder zurück: Die Lüge im Showgeschäft

Das Theater Vorpommern will Schulen als Spielstätten erobern. Den Anfang machte „Gina Lonka“.

Die Tür geht auf, ein Star platzt in den Raum. Zumindest führt sich dieses junge Ding mit dem glitzernden Top, der blauen Hose und diesen angeberischen High Heels so auf. Gina Lonka nennt sie sich. Und obwohl man sie nicht kennt, kommt sie einem doch bekannt vor. Sängerin, Model, Schauspielerin, It-Girl — sie will alles auf einmal sein. Einigen ihrer Zuschauer hält sie ihren Arm vor die Nase. „Hier riech mal“, sagt sie mit überdrehter Stimme. „Das Parfüm trägt meinen Namen!“

Und so wie sich das Mädchen nennt, heißt auch das Klassenzimmerstück des Theaters Vorpommern, das heute in der Adolph-Diesterweg-Schule seine Stralsunder Premiere feiert. „Die Aufführung ist extrem nah am alltäglichen Erleben der Schüler“, sagt Chefdramaturg Sascha Löschner. Der Unterrichtsraum sei eine „intime Umgebung“, in der sich die Schüler angstfreier und unbeschwerter verhalten, als sie es in einem Theater mit einer Bühne tun würden. Hier komme das Stück — geschrieben von Thilo Reffert — „unmittelbar“ herüber. Die Nähe sei deswegen sinnvoll, weil die Aufführung thematisch „80 bis 90 Prozent der Schüler“ da abhole, wo sie sich in ihrer Freizeit beschäftigen würden, erklärt Löschner. Was hier gespielt werde, sei Fernseh-Realität live. [...]

Das Stück offenbart die manipulativen Seiten des Show-Geschäfts, das nur finanzielle Interessen im Sinn hat. Aber warum wollen Menschen trotzdem berühmt werden? Wer braucht Stars? Und warum werden Geschichten über sie erzählt, die mitunter gar nicht stimmen? [...]


Kai Lachmann

OZ Stralsund vom Mit, 14. November 2012