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Don Pasquale

Opera buffa in drei Akten
von Gaetano Donizetti
Libretto von Giovanni Domenico Ruffini und Gaetano Donizetti nach Angelo Anelli
Deutsche Fassung für das Theater Vorpommern von Klaus Gehre

Koproduktion mit "RE:ACT Schauspiel für junge Leute"

Termine

Vorteilhaft heiraten, ein Leben in Luxus führen und den alten Ehemann auch noch drangsalieren. Was sich wie eine zynische Handlungsanleitung für eine gewissenlose Heiratsschwindlerin anhört, ist die raffinierte List eines Verschwörungstrios, das dem alten, reichen aber geizigen Don Pasquale mal so richtig die Meinung geigen möchte.
Denn dieser verwehrt seinem Neffen Ernesto die Heirat mit der jungen, schönen, aber mittellosen Witwe Norina. Stattdessen soll er eine reiche Dame älteren Semesters heiraten, doch Ernesto weigert sich.
Um seinen Neffen für dessen Starrsinn zu bestrafen und ihn endgültig von der Erbschaft auszuschließen, hat Don Pasquale nun selbst die fixe Idee sich zu vermählen. Hübsch, tugendhaft – und natürlich jung – soll sie sein, die zukünftige Braut. Aber da hört sich doch alles auf! Kein Wunder also, dass Freund Malatesta, Norina und Ernesto dem alten Hagestolz seine Grenzen aufzeigen und ihm eine ordentliche Lektion erteilen.

Erleben Sie diese Oper in einer verschmitzt-schrägen Inszenierung des Life-Video-Performers Klaus Gehre, der bei uns mit „Surrogates – Mein zweites Ich“ bereits die Möglichkeiten audiovisueller Medien auf der Bühne spielerisch und unterhaltsam beweisen konnte. „Der Mann ist ein Theaterzauberer des 21. Jahrhunderts“, schrieb das Theaterportal „nachtkritik" anlässlich seiner letzten Inszenierung am Saarländischen Staatstheater Saarbrücken.

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PRESSESTIMMEN

Don Pasquale – Klaus Gehre inszeniert Gaetano Donizettis Oper am Theater Vorpommern in Greifswald


Es hat "Boom" gemacht

von Hartmut Krug

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Donizettis Opera Buffa liefert nicht nur wunderbare Musik, sondern auch eine tiefenpsychologische Studie.

So spielt der nicht nur gesanglich großartige Thomas Rettensteiner seinen Don Pasquale mit so witzig-variabler Körpersprache, dass wir in der Gemachtheit seiner Figur auch deren Zitathaftigkeit und sogar ihre Ironisierung erkennen. Auch Jardena Flückiger sticht nicht nur mit ihrem kräftigen Sopran, sondern auch mit ihrem ausgestellten Spiel hervor ... Und Orchester und Chor verdienen ebenfalls ein großes Lob: Musikalisch überzeugte der Abend völlig.

nachtkritik vom 30.4.2016


DON PASQUALE – Greifswald, Theater Vorpommern


von Judith Hering

... die Sänger meistern ihre Rollen mit Bravour. Thomas Rettensteiner verkörpert mit einem guten Gespür für Komik den reichen alten Don Pasquale und spielt diesen so überzeugend, als wäre die Rolle für ihn geschrieben worden. Mit seinem volltönenden und beweglichen Bariton zeigt er eine gesangliche Glanzleistung und gehört zu den Lieblingen des Abends. Auch Alexandru Constantinescu (Dr. Malatesta) besticht gesanglich wie darstellerisch. Seine ausgeglichene, klangvolle Stimme verleiht er ein angenehmes Vibrato. Durch warme Nuancen glänzt sein Bariton mit klarem und kernigem Charakter.

Jardena Flückiger (Norina) schmückt ihren kräftigen, leuchtenden Sopran klangschön mit weichen, geschmeidigen Koloraturen. Sie stellt eine wunderbar schüchterne Sofronia, sowie Don Pasquales verschwenderische, herrische Ehefrau dar. Während des Finalduetts, gemeinsam mit dem technisch brillanten Joska Lehtinen (Ernesto), gewinnen beide Stimmen an Volumen und Wärme. Als smarter und wendiger Neffe besticht der Tenor mit natürlicher, kraftvoller Stimme. Auch Valmar Saar (Notar) ist auf Grund seines volltönenden Baßbaritons zu erwähnen.

Der im dritten Akt auftretende Opernchor trägt zu einem ausgewogenen Gesamtklang bei und Klaus Gehres umgeschriebener Chor der Moral wird passend an das Publikum gerichtet. Das Philharmonische Orchester Vorpommern spielt beschwingt und farblich nuanciert unter dem sicheren Dirigat von Florian Csizmadia. Dabei ist das dynamische Verhältnis zwischen Orchester und Sängern an den meisten Stellen ausgewogen.

Fazit

Mit dem Puppenpaar Ken und Barbie, welches als Markenzeichen Klaus Gehres gilt, wird das Streben nach Geld und Liebe stilisiert. Somit holt er die klassische Handlung nicht direkt in die Gegenwart, sondern setzt Elemente der Popkultur ein und überarbeitete  die Gesangstexte. So werden die Arien und Rezitative in deutscher Sprache gesungen, was der Textverständlichkeit zugute kommt ...

operapoint vom 2.5.2016

Ein Spaß mit doppelten Böden - auch im Bühnenbild


von Dietrich Pätzold

... Gaetano Donizettis "Don Pasquale" von 1842/43 gehört zu den Erfolgsstücken der Operngeschichte. Der kecke Geist der Commedia dell'arte und der Opera buffa, die damals beide ihre Höhepunkte eigentlich schon hinter sich hatten, lebte da nochmal auf. Und der Komponist, der am Libretto mitgeschrieben hatte, verewigte in dem Werk eine große Lust, das Alte mit Gegenwart aufzuladen - was heute wohl nur noch Historiker genau bemerken.

Diese Lust des Komponisten aufs Gegenwärtige ist jetzt am Theater Greifswald, wo die komische Oper am Sonnabend Premiere feierte, auf überraschend neue Weise zu spüren ... Dirigent Florian Czismadia, Erster Kapellmeister am Theater Vorpommern, ließ Donizettis Musik reizvoll sprühen und lebhaften Buffo-Geist ausstrahlen - und erlaubte mit der fröhlichen Leichtigkeit der Rezitativ-Stile szenische Freiheiten. Mit dem solide dominierenden Bariton Thomas Rettensteiner in der Titelpartie und der mit spielerischer Leichtigkeit die Koloraturen auskostenden Sopranistin Jardena Flückiger als Norina stehen zwei hauseigene Solisten im Zentrum, die neben gesanglichen Qualitäten auch mit kräftigen komischen Talenten glänzen. Zusammen mit Joska Lehtinen als Liebhaber Ernesto und Alexandru Constantinescu als Leibarzt Dottore Malatesta ein starkes Solistenquartett.

... Irgendwo zwischen Kinderspiel, Comic und Hollywood bewegen sich die Film-Kommentare zu Schein- und Traumwelten.

... Der Regisseur hat eine eigene deutsche Fassung erarbeitet. Keine Übersetzung - Klaus Gehre holt die Geschichte unter Wahrung ihrer Grundstruktur mit gewitzten Details in die Gegenwart. Aus Donizettis fröhlicher Witwe Norina macht er eine Migrantin aus Aserbaidschan und rückt sie ins Zentrum: keine, die sich im Gastland freiwillig als Mensch zweiter Klasse unterwirft, sondern als selbstbewusste Frau ihre Talente und Reize nutzt, um in New York ihr Glück zu machen.

... Die ganze Inszenierung erweist sich als schrilles Zusammentreffen verschiedener Kulturepochen, nicht so unverbindlich wie der simple Paarungsspaß: ein postmoderner Mix, in dem sich fremde Welten gleichen - und dabei kräftig schillern dürfen.

Ostsee-Zeitung vom 3.5.2016

„Pass nur auf, Don Pasquale, das Weib ist Satan in Person!“