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„Wir sind im Namen des Herrn unterwegs!“

Blues Brothers

Rhythm-and-Blues-Musical

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Termine

Jake Blues wird aus dem Knast entlassen und von seinem Bruder Elwood ausgerechnet in einem ausgemusterten Polizeiauto abgeholt. Wie versprochen fährt Elwood seinen Bruder zuerst in das Waisenhaus, in dem die beiden aufgewachsen sind. Aber die Mutter Oberin klagt ihnen ihr Leid - 5000 Dollar Steuerschulden braucht das Heim, um der Kündigung und damit der Auflösung zu entgehen. Die beiden Gentlemen bieten ihr an, ein „Ding“ zu drehen - aber die Oberin möchte nur ehrlich verdientes Geld akzeptieren - eine unerwartete und anstrengende Mission! Doch die beiden haben eine Idee: Wir bringen die Band wieder zusammen!

Nach dem Kult-Erfolg des Hollywood-Films von John Landis konnte auch der Vatikan sich dem schwarzen Charme der rastlosen Musiker nicht entziehen und stufte den Streifen als „katholischen Klassiker“ ein. Angesichts der vielen erfolgreichen Musikhits wie STAND BY YOUR MAN über EVERYBODY NEEDS SOMEBODY TO LOVE bis JAILHOUSE ROCK ein echter Fall von Trittbrettfahren auf einem 1974er Dodge Monaco.

PRESSESTIMMEN

Heidenspaß im Auftrag des Herrn - Theater Vorpommern bringt „Blues Brothers“ auf die Bühne: Musical, Komödie, Roadmovie und riesige rasante Blödelei um Rhythm and Blues, Pinguine, schwedische Gardinen und sehr viel Halleluja.

OZ, 14. März 2016

Greifswald. "Die 80er Jahre waren das Jahrzehnt, das nicht wahrhaben wollte, dass die 70er zu Ende sind. Also galt: Lasst uns mal so weitermachen, nur in noch bescheuerteren Klamotten. Welcher Film symbolisiert das besser als „Blues Brothers“. Ein Musical von 1980, in dem zum ersten Mal weiße Sänger schwarze Musik machen – ganz in Schwarz-Weiß: schwarze Anzüge, schwarze Schuhe, schwarze Hüte, schwarze Sonnenbrillen, weiße Hemden. Ein Outfit, das Maßstäbe gesetzt hat für extrem coole Auftritte mit deutlichem Hang zur Blödelei – siehe all die Mr. Smith in „Matrix“, siehe Agent K und Agent J in „Men in Black“. Wer darin irgendeinen gesellschaftskritischen Ansatz sehen will – so what! Es geht um andere Dimensionen.

Es geht um Rhythmus! Um Spaß, Unterhaltung, Blödelei. Aber in erster Linie wirklich nur um Rhythmus. Timing ist alles! Egal welche saublöde Lebenslage gerade eintritt: cool bleiben, cool gucken, maximal mal mit der Hüfte wackeln. Okay? Kapiert? Exakt so ist das Musical „Blues Brothers“ am Theater Vorpommern inszeniert und zu verstehen, das am Freitagabend im ausverkauften Großen Haus des Greifswalder Theaters Premiere feierte: „Play it, Steve! I’m a soul man“ (Isaac Hayes). Spaß, Unterhaltung, Musik also.

Im Zentrum stehen Jake „Joliet“ Blues (Markus Voigt) und sein schlaksiger Bruder Elwood Blues (Alexander Frank Zieglarski). Aufgewachsen im Heim, landet Jake schnell im Knast und will, wieder auf freiem Fuß, mit Bruder Elwood möglichst schnell die Band wiedervereinigen, um auf ehrliche Weise 5000 Dollar zu verdienen. Denn die braucht der Pinguin, die Nonne (Claudia Lüftenegger), die das Haus leitet, wo die beiden Brüder als Waisenkinder aufgewachsen sind. Sonst ist die Bude weg und all die kleinen Kinderchen obdachlos. So beginnt ein rasantes Road Movie auf der Bühne.

Da ist zuweilen sehr viel Gewusel, Gerenne, Traffic und Trallafitti. Und zuweilen sehr viel Kostümfest mit Hippies, Punks, Petticoatmädchen, knallgelben Bikinischönheiten, Cowboys, Cowgirls, derangierten Polizisten und demolierten Polizeiautos. Da fliegen Teddybären und BH’s, da rasen Spielzeugautos, explodieren Telefonzellen (fast wie im Film) und gegen Ende wird die Verfolgungsjagd – Jake und Elwood werden nicht nur von der Polizei, sondern auch von einer geprellten Bardame und einer ebenso geprellten Countryband verfolgt – auch noch mit der Titelmusik vonBonanza unterlegt.

Aber: diese Musik. Eigentlich kann man zu dieser Musik gar nichts falsch machen: „Shake A Tail Feather“ von Ray Charles (gesungen von Manfred Ohnoutka), „Think“von Aretha Franklin (Claudia Lüftenegger), James Browns „The Old Landmark“ (Chiaretta Schörnig) und Bluesklassiker wie „Everybody Needs Somebody To Love“und „She Caught The Katy“, Countryklassiker wie „Sweet Home Chicago“, Rockklassiker wie „Jailhouse Rock“, Jazzklassiker wie „Minnie the Moocher“.

Das bedeutet mehr als zwei Stunden richtig gute Laune. Das heißt, einen dämlichen Fehler könnte man doch machen. Den Versuch zu wagen, als Blues Brothers so megacool daherzukommen wie John Belushi (Jack) und Dan Aykroyd (Elwood). Aber diesen Fehler vermeiden Markus Voigt, der als Jake an Heinz Hoenig leicht bekifft erinnert, und Alexander Frank Zieglarski, der als Elwood ein Wiedergänger von Frank Zander aus der Plattenküche sein könnte. Alles easy also, Alter. Schöner Abend in Greifswald." (Michael Meyer)

Großes Kino im Stralsunder Theater - Premierenpublikum bedankt sich mit rhythmischem Klatschen bei über 40 Mitwirkenden der „Blues Brothers“

OZ vom 4. April 2016

Stralsund. "Eine Viertelstunde lang feierte das Stralsunder Publikum am Sonnabend seine „Blues Brothers“. Und das bei rhythmischem Klatschen und mehreren Zugaben.

Kurz vor seinem 100. Geburtstag erlebte das traditionsreiche Theater am Olof-Palme-Platz, das ausverkauft war, somit wieder einmal eine Premiere, wie sie unterhaltsamer kaum hätte sein können.

Denn bei viel Klamauk, grooviger Musik und einer Band, die Klassiker´des Rhythm & Blues, wie „Stand by your man“ oder „Everybody needs Somebody to love“ stilecht interpretierte, hielt es junge Leute wie auch die älteren Semester nicht mehr ruhig auf den Sitzen. Alle fühlten sich animiert, im Takt mitzuwippen. Und so machte es richtig Spaß, zwischendurch auch mal den Kopf von der Bühne in die Zuschauerreihen zu wenden. Hätte man nicht im Theater gesessen, könnte man sagen: Es war großes Kino, was sich da abspielte. Ebenso wie in dem gleichnamigen Film von 1980, der inzwischen auch bei uns Kultstatus hat. Man staunt doch immer wieder, welches Potenzial unser vorpommersches Theater hat. Auch an technischen Möglichkeiten. Denn da bereichern nicht nur geschickt eingesetzte Videoeinblendungen das ohnehin schon turbulente Geschehen auf der Bühne. Plötzlich fliegt auch mal eine, wenn auch kleine Tankstelle, wirkungsvoll in die Luft. An keiner Stelle ist es langweilig. Bis zum Schluss.

Die Story des Musicals ist schnell erzählt: Jack Blues kommt aus dem Knast und wird von seinem Bruder Elwood in einem ausgemusterten Polizeiauto abgeholt. Beide fahren zum Waisenhaus, in dem sie aufwuchsen. Die Mutter Oberin klagt ihnen ihr Leid, weil sie 5000 Dollar Steuerschulden begleichen muss, sonst droht ihr die Auflösung des Heimes. Die beiden Brüder versprechen, das Geld zu besorgen und akzeptieren sogar den Wunsch der Oberin nach ehrlichem Geld. Die Jungs haben nämlich sofort eine Idee, das Vorhaben umzusetzen. Sie wollen ihre alte Band, die „Blues Brothers“, wieder zusammen bringen. Und das schaffen sie auch. Aber bis dahin passiert natürlich allerhand Turbulentes, Komisches und zum Teil auch sehr Skurriles, das Regisseur Peter Rein mit jeweils etwa 40 Personen auf und hinter Bühne toll umsetzt. 200 Kostüme und über 150 Paar Schuhe werden für die Vorstellung benötigt.

Sie ist also auch ein Mammutprogramm für Ankleiderinnen und Maskenbildner. Wenn man bedenkt, dass Sonnabend zeitgleich im Theater Greifswald die Premiere von George Bizets „Carmen“ vor ebenfalls vollem Haus lief, dann kann man dem Theater auch dafür nur großen Respekt zollen.

Der gilt natürlich auch den beiden Hauptdarstellern bei den „Blues Brothers“, Markus Voigt und Alexander Frank Zieglarski, für ihre außergewöhnlich guten Leistungen als Schauspieler und Sänger. Und natürlich ist er auch allen anderen Mimen sowie den zehn Tänzerinnen und Tänzern, die allesamt Laien sind, den zwölf Choristen und den sieben Mitgliedern der Band, die in Originalbesetzung mit Piano, Drums, Gitarre, Bass, Saxophon, Trompete und Posaune aufspielen, zu zollen."