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König Drosselbart

Märchen der Brüder Grimm, bearbeitet von Sascha Löschner

Termine

„Ach hätt ich nur genommen den König Drosselbart!“– Hinterher ist man immer schlauer! Kinder lieben das Märchen um die hochnäsige Prinzessin, der kein Mann gut genug sein kann. Wie sie die Bewerber verspottet! Und den netten Mann mit dem spitzen Bart verlacht die verwöhnte junge Frau auch noch als Drosselbart! Doch der König liebt seine Prinzessin so sehr, dass er ein aufwendiges Erziehungsprogramm startet, um die stolze Königstochter zur liebenswürdigen und mitfühlenden Frau zu wandeln.
Als Spielmann verkleidet bringt er ihr bei, dass man arbeiten muss, um genug zum Leben zu haben. Da kann und will ihr auch der Wind nicht helfen, der noch ein Hühnchen mit ihr zu rupfen hat. Am Ende bekommt der König seine Prinzessin und darf sie noch einmal heiraten – diesmal im Schloss mit einem rauschenden Fest!

Das Weihnachtsmärchen für die ganze Familie, wie gewohnt mit stimmungsvoller Musik und in einer fantastischen Ausstattung.

Wiederaufnahme ab 29. November 2015

PRESSESTIMMEN

Drosselbart im Kartenhaus

Greifswald- "Ach hätt' ich nur genommen den König Drosselbart!" Für sich genommen ist der Satz ja metaphorisch ständig anwendbar. Stimmt immer, wenn man etwas verpasst hat und sich darüber so richtig ärgert. Deshalb ist es von erheblicher Bedeutung, schon früh die Möglichkeit verpasster Chancen zu erkennen. Unter der Regie von André Rößler gab es eine Lehrstunde bei dem kleinen Publikum des Theaters Vorpommern. Sonntagnachmittag war die Premiere von "König Drosselbart" auf der Greifswalder Bühne. Draußen wurde es erst gar nicht richtig hell, ideale Bedingungen also für eine Märchenstunde auf dem Schoß von Papa oder Mama, obwohl aus dem gemütlichen Gekuschel nichts wurde. Die Kinder mussten richtig ran. Mal brauchte die Prinzessin ihre Unterstützung oder der Wind, manchmal der Herold des Königs. 326 Heiratskandidaten hatte die Prinzessin Vanessa, über die Maßen schön: Anna Luise Borner, schon abgewiesen. Genau aber dieser Eigensinn ist es, der dem König Drosselbart (Fabian Prokein) imponiert. Nun, auch er bekommt fürs Erste einen Korb. Nummer 327! Tschüss! Und genau das sollte das verwöhnte Ding dann also ziemlich lange bereuen. Simone Steinhorst hat sich für dieses Märchen offenbar an einem langen Nachmittag, an dem es nicht richtig hell wurde, versonnen in eine Märchenwelt aus Spielkarten eingekitscht. Die Prinzessin, der Herzbube, Joker und König schienen mit ihren Kostümen allesamt aus einem Kartenspiel gefallen zu sein. Der schusselige König (Jörg F. Krüger) regierte in einem Kartenhaus, der Herold- Joker (Claudia Lüftenegger) schleppte launisch riesige Spielkarten durch die Gegend. Eine bunte und verrückte Märchenwelt. Mit dem dicken und gutmütigen Wind (Sören Ergang) gab's immer was zu lachen. Wenn er das Schild mit dem Schaf hochhielt, machten die Kinder "Mäh" und jubelten, wenn er das Schild mit der Stadt hochhielt, denn alles gehörte schließlich dem König Drosselbart. "Ach hätt' ich nur genommen...", stöhnte Vanessa und bekam ihn am Ende doch noch, den sympathischen König mit dem Spitzbart. Und war ja selbst nun als Widerspenstige gezähmt. Eine schöne Märchenstunde, viel zu schnell vorbei.

 

Ostseezeitung, 18.11.2014 von Juliane Voigt