Monodramen (5)

Guten Morgen, Du Schöne
von Maxie Wander

2018 (UA)
von Sabine Michel

Termine

Guten Morgen, Du Schöne
von Maxie Wander

Maxie Wanders „Guten Morgen, du Schöne“ war einmal das vielleicht berühmteste Werk der DDR-Literatur. Ein Buch von Frauen über Frauen, das bis heute Maßstäbe setzt. In ihm erzählen neunzehn Frauen im Alter von 16 bis 92 Jahren von ihrem Hunger nach Leben, ihren Sehnsüchten und der Verständnislosigkeit der Männer. Noch im Erscheinungsjahr 1977 verkaufte es sich über 60 000 Mal. Eine Schallplatte folgte und etliche Theateradaptionen. 1980 war „Guten Morgen, du Schöne“ in der DDR der meist gespielte Text unter den Stücken ostdeutscher Dramatik. Hier brach die Wirklichkeit in die Literatur ein. Hier! Jetzt! und Ich! sind die Postulate in „Guten Morgen, du Schöne“. Dass Maxie Wander ein ebenso undogmatisches wie hedonistisches Verständnis von der Emanzipation der Frau hatte, macht ihr Buch auch heute so wichtig. Die Frauenprotokolle zeigen unverstellt und selbstbewusst den ostdeutschen Blick auf Emanzipation, die ostdeutsche Realität fern aller „Barbie-Feministinnen“.

 

URAUFFÜHRUNG

2018

VON SABINE MICHEL

Im Deutschland von 2017 werden erneut erbitterte Diskussionen über die Rolle der Frau geführt. Auch wenn seit dem Mauerfall mittlerweile mehr als 25 Jahre vergangen sind, gibt es noch immer viele offensichtliche Unterschiede, die Realität ostdeutscher und westdeutscher Frauen ist nach wie vor nicht gleich. Die aktuellen Debatten, die sich mit Kindererziehung oder Sexismus beschäftigen, gehen an der Lebenswirklichkeit ostdeutscher Frauen vorbei.

Die Grimme-Preisträgerin und Film-Regisseurin Sabine Michel begibt sich im Jahre 2017 erneut auf Recherche in unsere gesellschaftliche Wirklichkeit. Dafür führt die Regisseurin im Jahre 2017 Gespräche mit Frauen aus Greifswald und Stralsund, protokolliert und verdichtet sie. Die theatralische Gegenüberstellung der Protokolle aus zwei Gesellschaftssystemen wirft neue Fragen auf, die Frauen aller Generationen ansprechen: Wo komme ich her – wo will ich hin? Wie hat meine Mutter gelebt, wovon hat sie geträumt – und wie lebe ich heute? Welche Rolle spielen Männer und Kinder in meinem Glücksbegriff, was bedeutet für mich „befreite“ Sexualität und finanzielle Unabhängigkeit?